Spiegelsex
Der ehemalige Hypnotherapeut Otto Renansen ordnete nach seiner Scheidung sein Leben neu und gründete eine Firma für hypno-tisches Erfolgs- und Selbstmanagement.
Verwirrende Aufträge konfrontieren ihn mit den Sehnsüchten nach Liebe und Sex, Ängsten und Schuldgefühlen seiner Kunden.
Gerade hat er seine eigene Bindungscheu überwunden und geheiratet, da wird er mit den sexuellen Problemen seiner Kunden und deren Perversionen konfrontiert.
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Mord
„Dein Fall läuft wirklich gut, Susanne, die Frau Mechter ist auf einem guten Weg!“
Er beißt in sein Honigbrot und sieht Susanne zu, die in kleinen Schlückchen ihren heißen Morgentee trinkt.
„Es ist doch auch Dein Fall, Otto.“
„Ja, schon. Aber ich überlasse doch fast alles Dir. Und bisher hast Du das ganz prima gemacht! Du hast Deine Generalprobe schon jetzt bestanden.“
Er lacht sie fröhlich an und nickt. Denn er freut sich wirklich. Weil sich zeigt, daß seine Frau ohne Probleme in der Firma mitarbeiten kann. Und darauf freut er sich.
Susanne ist etwas verlegen. Aber er sieht, wie ihre Augen leuchten.
„Es war ein prima Tipp von Dir, Otto, eine Innere Hypnothera-peutin zu installieren.
Kaum auf meiner Zauberwiese installiert, hat meine Bachstelze mir gesagt, die Frau Mechter habe ein Ablösungsproblem von ihrer Mutter.
Und als ich sie ihr Unbewusstes fragen ließ, ob das zutreffen könnte, bestätigte ihr Unbewusstes das. Und, was noch wichtiger ist, es hat sogleich mit der Lösung der sexuellen Probleme begon-nen.
Jetzt erreicht sie mit ihrem Mann schon doppelt so viel Lust beim Geschlechtsverkehr wie früher.
Und mit ihrem Vibrator braucht sie keine zehn Minuten mehr, um zum Orgasmus zu kommen. Das ist kein Viertel der Zeit von früher! Ich finde das erstaunlich. Und wie schnell das ging! Nach nur drei Treffen mit uns.“
„Ja, sie ist eine ziemlich reife Frau. Und sie ist hochmotiviert. Da geht das immer so schnell, wenn keine bewussten oder unbewuss-ten Widerstände gegen eine Problemlösung auftauchen.
Aber warten wir ab, was weiter geschieht. Die problematischsten Widerstände gegen Erfolg ereignen sich immer, wenn der endgül-tige Erfolg droht.
In ihrem Fall, wenn die endgültige Ablösung von der Mutter droht. Die Mehrzahl aller Menschen schafft das nie im Leben.
Viele versuchen es über den Hass. Aber Hass erwächst aus enttäuschter Liebe und bindet darum noch stärker, als die Liebe, die darunter sitzt.
Dann glauben die Leute, sie hätten sich durch ihren Hass in Sicherheit gebracht, aber der bindet sie nur noch stärker.
Besonders, wenn sie diesen Hass auf sich selbst übertragen und sich übel nehmen, daß sie die Töchter dieser Mutter sind. Das führt dann zu Selbsthass und Selbstwertzweifeln.
Andere wieder verschieben ihren Hass auf den Partner, der dann zurückschlägt oder das Weite sucht und dann scheinbar die eigenen Minderwertigkeitsphantasien oder das schlechte Männerbild be-stätigt.
Schau Dich um, überall kannst Du diese Muster beobachten!
Der derzeitige Stand ihrer Symptome macht deutlich, inwieweit sie ihre Lebensaufgabe als Frau in diesem Ablösungsdrama ge-schafft hat: Es sind maximal 70 Prozent.
Das heißt aber auch, daß ungefähr ein Drittel ihres Problems noch nicht gelöst ist.
Ich bin jedoch sehr optimistisch, und weißt Du warum?“
„Weil es so schnell geht?“
„Ja, das auch. Aber besonders, weil sie ihren Mann in die Lösung ihres Problems einbezogen hat. Damit hat sie die Front von der Mutter zum Mann gewechselt.
Sie hat ihm von ihrem Vibrator erzählt und erlaubt ihm nun, damit einen Orgasmus bei ihr auszulösen. Der nächste Schritt wäre, daß sie ihm das auch beim normalen Geschlechtsverkehr erlaubt.“
„Otto, was macht denn Dein anderer Kunde? Der der zusätzlich zu seiner Ehefrau noch mindestens fünf Geliebte hat?“
„Der Herr Mirka?“
„Ja, der!“
„Erste Fortschritte.
Wir haben in der Hypnose die böse erste Ehefrau gefunden. Aber ich glaube, da steckt noch mehr darunter. Denn er hat ja jetzt eine gute Ehefrau. Aber die Beziehung zu ihr gefährdet er systematisch mit seinen Frauengeschichten. Das ist nicht logisch!“
„Aber Fremdgehen ist doch nie logisch!“
„Sagen wir, in den meisten Fällen nicht. Wenn sich der Partner sexuell verweigert, kann es durchaus logisch sein.
Aber das ist bei ihm ja nicht der Fall. Im Gegenteil, die Frau klagt darüber, daß er sie sexuell vernachlässigt. Sie hat ja deshalb ja auch Verdacht geschöpft und ihm einen Privatdetektiv hinterherge-schickt.
Da wir bei dieser bösen Exfrau angelangt sind, werde ich ihm helfen, sich von ihr abzulösen. Und dann sehen wir weiter.“
„Und was ist mit der Frau Rosa Winter?“
„Das weiß ich noch nicht. Sie steht zwischen zwei Männern und ist jetzt schwanger. Und sie weiß nicht, von wem der Männer das Kind ist.
Das ist eine wirklich schwierige Situation. Zumal an ihrer gefährdeten Ehe noch ein großer Gärtnereibetrieb hängt. Der zudem noch verschuldet ist.“
„Heute kommt Dein Herr Mirka. Was hat Du mit ihm vor?“
„Ich werde mit ihm an der Verarbeitung der gescheiterten Ehe arbeiten. Und dann sehen wir weiter.“
Siegfried Mirka scheint sich etwas gefangen zu haben. Er wirkt bei weitem nicht mehr so niedergeschlagen wie zuletzt.
„Ich arbeite wieder und fahre mit einem Studenten“, erzählt er. „Oder besser gesagt, mit zwei Studenten. Denn die können wegen ihres Studiums nicht immer mitfahren. Und so kann einer den anderen vertreten.
Ich fühle mich dabei schon recht komisch. So unter Beobachtung. Aber ich habe sie ja selbst instruiert und meine Frau beruhigt das. Aber eine Lösung für die Dauer ist das nicht.“
„Das kann sie auch nicht sein. Aber sie bringt Sie über die aktuelle Krise, Herr Mirka.
Wir müssen herausbekommen, was Ihr eigentliches Problem ist. Zunächst haben wir es mit den üblen Erfahrungen in Ihrer ersten Ehe zu tun.
Da stellt sich die Frage, ob diese Erlebnisse wirklich etwas mit Ihren heutigen Schwierigkeiten zu tun haben. Bitte, fragen Sie Ihr Unbewusstes, ob es einen Zusammenhang gibt! Und zwar welchen genau.“
Die Erkenntnishypnose ergibt, daß die Wut über die Kränkungen in der ersten Ehe nicht verarbeitet ist. Und so leitet er eine hypnotische Altersregression ein.
In dieser leitet er den Patienten in die am schlimmsten kränkende Situation in der Vergangenheit mit seiner Exfrau.
„Mir ist ganz schlecht, wenn ich diese alte Drecksau sehe. Am liebsten würde ich sie umbringen! Sie genießt es richtig, mich zu quälen und zu demütigen!“
Siegfried Mirka sitzt ganz unbeweglich vor ihm, schnauft jedoch und zittert vor Wut am ganzen Körper. Ein Anblick zum Fürchten.
„Herr Mirka, Sie sind in Hypnose und auf Ihrer Zauberwiese, dem Symbol der unbegrenzten Möglichkeiten. Dort können Sie unbeschadet der Realität alles tun, was Ihnen beliebt und Ihnen Ihr Unbewusstes erlaubt.
Deshalb fragen Sie bitte jetzt Ihren Weisen Mann, ob es gut für Sie ist, wenn Sie jetzt in der Hypnose auf der Zauberwiese Ihre Exfrau töten!“
„Er hat gesagt, das sei nicht die feine Art. Aber wenn es mir wichtig wäre, könne ich Mareike ruhig umbringen. Sogar mehrmals, wenn mir das Freude mache.“
„Und würde es Ihnen Freude machen?“
„Nichts würde ich lieber tun!“
„Dann tun Sie es jetzt! Und wie wollen Sie es machen?“
„Ich werde sie ganz langsam mit einem Schal erwürgen, damit ihre Hass Augen ihr langsam aus den Höhlen quellen!“
„Gut tun Sie es jetzt!“
Von außen ist nicht zu sehen, als ein leichtes, hassvolles Verziehen der Mundwinkel. Aber der Mann vor ihm atmet schwer.
Schließlich entspannt er sich sichtlich.
„Die alte Hexe ist tot. Das musste einfach sein!“
„Und wollen Sie Mareike noch einmal umbringen?“
„Ja!“
„Dann tun Sie es! Was wollen Sie machen?“
„Ich binde sie an einen Baum. Ganz nackt. Und dann ziehe ich mir Gummihandschuhe an und ziehe ihr die Haut mit einem scharfen Messer ab. Bei lebendigem Leib. Schön langsam, wie sie mich immer gequält hat!“
„Ok!“
Äußerlich und im Raum bleibt alles ruhig, während sein Kunde foltert.
„Sie ist jetzt tot. Ich verbrenne sie jetzt mit Säure. Damit nichts mehr von ihr übrig bleibt.
Ja, das ist gut! Alles von ihr muss weg! Als ob es sie nie gegeben hätte. So wie ich mit wünsche, daß es sie in meinem Leben nie gegeben hätte!“
„Und, sind Sie fertig?“
„Ja, jetzt ist es gut!“
„Fragen Sie bitte ideomotorisch über die Hände Ihr Unbewusstes, ob es wirklich gut ist! Ob jetzt alle Wut und aller Hass auf Ihre Exfrau ausgelebt sind, die Sie vergiftet haben. Und ob Ihre Seele in dieser Beziehung jetzt Ruhe hat!“
Die Ja-Hand sinkt nach unten.
Erfolg
„Sind Sie es Herr Renansen? Guten Tag! Eigentlich wollte ich ja Ihre Frau, Frau Herr, sprechen. Aber ich kann es auch Ihnen sagen.
Also, ich wollte Ihnen beiden danken, besonders Frau Herr! Ich habe nämlich mein Ziel erreicht. Mein Mann und ich können jetzt beide miteinander Orgasmus haben!“
„Oh, das freut mich!
Darf ich fragen, wie Sie das geschafft haben?“
„Ja, das dürfen Sie! Wir haben einfach so weiter gemacht, wie ich Frau Herr schon erzählt hatte.
Es ist schon kurios! Da hatte ich so lange gar keinen Orgasmus, dann nur mit meinem Vibrator. Und jetzt habe ich immer zwei Höhepunkte, wenn ich mit meinem Mann zusammen bin.
Erst macht er es mit dem Vibrator. Da komme ich zum ersten Mal, danach mit ihm zusammen. Aber erst, seit wir die Reitstellung nutzen.
Aber ich habe gelesen, das sei für Frauen sowieso die beste Stellung. Mit der würden die meisten Frauen einen Orgasmus erreichen.
Und die hat auch den Vorteil, daß dabei mein Mann länger zu seinem Höhepunkt braucht, wenn er nicht stoßen kann. So habe ich mehr Zeit zur Verfügung.
Jedenfalls klappt es jetzt. Und zwar prima!
Sie glauben nicht, wie dankbar ich Ihnen und Frau Herr bin!
Bitte, richten Sie das aus!“
Die Krise
Erst weiß er nicht, was los war. Aber irgendetwas ist los. Er versucht wach zu werden und richtet sich auf.
Ganz langsam wird ihm klar, daß das Telefon läutet. Ununter-brochen. Er hat es auf dem Glastisch im Wohnzimmer liegen lassen.
Er reibt sich mit den Fäusten die Augen, um wach zu werden. Wirft die Decke ab und versucht mit den Füßen die ledernen Hausschuhe zu finden. Bis er begreift, daß er die Nachtischlampe anschalten muss.
Jetzt schlüpft er in die Pantoffeln und erhebt sich. Er schwankt leicht und ist beim Gehen unsicher, denn das Läuten hat ihn aus dem Tiefschlaf gerissen.
Als er den Hauptschalter des Zimmerlichts betätigt, hält er sich einen Moment an der Wand fest, um Sicherheit zu finden.
Dann öffnet er die Tür zum Wohnzimmer, knipst das Licht an und sieht sein Telefon auf dem Glastisch leuchten, während der von ihm eingestellte Klingelton laut und eindringlich zu hören ist.
In diesem Moment wird er ängstlich und fragt sich, was los ist. Ob mit seiner Schwester oder deren Kinder etwas passiert sein könnte?
Er ruft sich zur Ruhe und Ordnung und greift nach dem Telefon. Er drückt die Annahmetaste und hält das Telefon an sein rechtes Ohr. Das Gerät ist kalt.
„Hallo! Hier Renansen!“ meldet er sich.
Schweigen.
„Hallo! Ist da jemand?“
„Ich“, sagt eine verwaschene Männerstimme.
Der Mann klingt, als ob er betrunken sei.
„Und wer ist ich? Und was wollen Sie?“
„Ich will mich umbringen!“
„Wer sind Sie denn?“
„Mirka, Siegfried Mirka. Sie kennen mich doch!“
„Herr Mirka, was ist los? Warum sagen Sie, daß Sie sich umbringen wollen?“
„Weil ich es wieder getan habe!“
„Was haben Sie wieder getan?“
„Na, wieder mit den Frauen geschlafen.“
„Mit allen fünf Frauen?“
„Nein, nur mit zweien.“
„Und warum?“
Er hört ein schluchzendes Weinen. Dann schnieft es.
„Weil ich musste! Ich musste einfach. Es war wie ein Zwang! Es war stärker als ich. Ich musste es einfach tun!“
„Und was war mit den Studenten, die auf Sie aufpassen sollen?“
„Es war kein Student dabei. Die habe ich entlassen, als ich in der Hypnose meine Exfrau gekillt habe.
„Ich schaff’ das alles nicht. Herr Renansen, ich schaff’ das nicht!“
Er brüllt es fast. Dann wieder das betrunkene Weinen.
Ihm wird klar, daß die Situation kritisch ist. Er muss etwas unter-nehmen, sonst macht der Mann in seiner Verzweiflung wirklich ei-nen Suizidversuch.
„Sind Sie zuhause, Herr Mirka?“
„Nein, ich getraue mich nicht, nach Hause zu gehen.“
„Wo sind Sie?“
„In Königstein.“
„In Königstein? Wo in Königstein?“
„In dem Haus von meinem Chef.“
Er gewinnt Hoffnung, der Chef könnte intervenieren.
„Können Sie mir mal Ihren Chef ans Telefon geben?“
„Nein!“
„Warum nicht?“
„Der ist gar nicht da.“
„Und warum sind Sie dann in seinem Haus?“
„Ich habe noch einen Schlüssel. Ich habe einmal hier gewohnt.“
„Sie sind einfach in das Haus Ihres Chefs gegangen?“
„Ja, wo sollte ich den hin? Nach Hause geht nicht!“
Er überlegt, ob er die Polizei schicken soll, um einen Selbst-mordversuch zu verhindern. Aber wenn er jetzt das Gespräch unter-bricht, verliert der Mann vielleicht den letzten Halt, der ihn noch von einem Selbstmord abhält.
Er wird selbst handeln und die Beziehung zwischen ihnen nutzten müssen. Hoffentlich ist sie schon stabil genug!
„Hören Sie mich, Herr Mirka?“
„Ja, ich höre Sie.“
„Hören Sie mir jetzt bitte gut zu! Ich komme zu Ihnen. Haben Sie das verstanden? Ich komme mit dem Auto zu Ihnen.“
Noch eindringlicher: „Bitte, machen Sie keinen Unsinn! Unter-nehmen Sie nichts! Umbringen können Sie sich immer noch. Bleiben Sie, wo Sie sind! Ich komme zu ihnen. In einer guten halben Stunde bin ich bei Ihnen.
Geben Sie mir die genaue Adresse, Herr Mirka! Die genaue Adresse!“
Er erhält sie und schreibt sie schnell auf den Rand einer Zeitung, die auf dem Glastisch liegt. Dann reißt er das Stück Papier ab, auf dem die Adresse steht.
„Herr Mirka, ich habe jetzt Ihre Adresse. Ich ziehe mich sofort an und fahre los. Warten Sie auf mich! Ich komme so schnell ich kann!“
„In Ordnung!“ kommt von der anderen Seite. Und ein Schniefen.
Er legt auf und geht ins Bad, um sich eine Handvoll Wasser ins Gesicht zu werfen.
Er spürt, wie ihn das Wasser erfrischt und er beginnt, klarer zu denken.
Er fährt sich auch mit den nassen Händen über die Haare, die kreuz und quer abstehen und kämmt sich. Dann geht er ins Schlafzimmer und zieht leise die Kleider vom Vortag an, um seine Frau nicht zu stören, die tief schläft, und die Schuhe.
„Gut, das nichts mit meiner Familie ist!“ denkt er. Dann ein kurzer Gang in die Küche.
Er schenkt sich ein großes Glas Orangensaft ein und trinkt es in einem Zug aus. Dann spült er den Mund mit Leitungswasser aus, um den Schlafgeschmack zu verlieren und die Säure des Saftes.
Er schaut auf die Uhr. Es ist halb drei Uhr morgens.
In der Garage setzt es sich in den Audi, dreht den Schlüssel halb um, damit die Elektrik angeht und gibt die Adresse in das Navi ein. Dann startet er.
Das Haus befindet sich in einem der Viertel von Königstein, wo die Villen der Reichen stehen.
Nirgendwo ist die Dichte der Millionäre und Milliardäre so groß wie hier und im benachbarten Kronberg. Dem Wohlstandsgürtel an den Taunushängen um Frankfurt herum.
Das Anwesen ist ein in L-Form gebautes Flachdachhaus in einem kleinen Park. In den Abhang des Berges hineingebaut.
Eine dunkle und unbeleuchtete Zufahrt führt zum Haus. Er sieht kein Auto vor dem Haus. Alles ist wie ausgestorben, doch die beiden Flügel aus Schmiedeeisen des Eingang Tors stehen weit offen.
Aber er will nicht bis zum Haus fahren. Die Nachbarn sollen nicht aufmerksam werden. Deshalb öffnet er das Handschuhfach und greift nach der Taschenlampe. Dann steigt er aus, lässt den Wagen am Bordsteigrand stehen und geht leise zum Haus.
Die Haustür steht einen Spalt offen, aber im Haus ist es völlig dunkel.
„Hoffentlich hängt er nicht irgendwo!“ denkt er und macht das Licht im Flur und dann im Wohnzimmer an.
Kein Herr Mirka.
Er ruft halblaut. Keine Antwort.
Er ruft laut.
„Ich bin hier unten!“
Er ist erleichtert!
„Wo hier unten?“
„Hier unten ist ein Appartement. Sie müssen geradeaus gehen und dann die Treppe runter!“
Er folgt der Aufforderung und betritt ein großzügiges Appar-tement, das aber wohl als Ersatzbüro genutzt wird. Denn allerlei Gerätschaften, darunter drei Computer und ein alter Fernschreiber stehen im Raum.
Auf einer Couch sitzt verheult und mit wirrem Haar Siegfried Mirka. Zwei leere Flaschen Rotwein und ein volles Wasserglas mit Wein darin, stehen vor ihm auf einem Glastisch. Sein Handy liegt daneben.
„Hier bin ich, Herr Mirka. Darf ich mich zu Ihnen setzen?“
„Ja, bitte!“
„Wie sind Sie hierher gekommen?“
„Ich war völlig verzweifelt und wusste nicht wohin ich sollte. Da ist mir eingefallen, daß ich im Handschuhfach noch den Schlüssel von diesem Appartement habe.
Ich hatte ihn vergessen abzugeben, als ich ausgezogen bin. Ich wollte ihn immer zurückbringen, habe das aber immer wieder vergessen. Und da bin ich hierher gefahren.“
„Aber das ist doch sicher schon lange her. Sie sind doch schon verheiratet und haben zwei Kinder?!“
„Ja, das stimmt. Vielleicht habe ich mich deshalb auch irgendwie geschämt und deshalb die Rückgabe vergessen.“
„Weiß den ihr Chef, daß Sie hier sind?“
„Nein.“
„Sie sind einfach in sein Haus gegangen?“
„Ja, ich wusste, daß er nicht zu Hause ist.“
„Und woher?“
„Mein Chef hatte mir erzählt, daß er mit seiner Frau in Urlaub in Mexiko ist. Die beiden sind befreundet.“
Er stutzt. Was war das gerade?
„Ihr Chef hat Ihnen gesagt, daß Ihr Chef in Urlaub ist?“
„Ja, mein Chef. Das hier ist das Haus von meinem alten Chef.“
„Dann weiß also niemand, daß Sie hier sind? Und Sie dürfen auch gar nicht hier sein?!
Das ist doch Hausfriedensbruch oder sogar ein Einbruch! Das ist strafbar!“
„Ja, aber das war mir gleichgültig. Ich wollte mich ja umbringen!“
„Na gut! Das haben Sie nicht getan. Und das war auch richtig, mich anzurufen!
Aber wir können unmöglich hier bleiben. Die Nachbarn wissen doch sicherlich von dem Urlaub. Die werden die Polizei rufen, wenn die merken, daß Sie und ich hier sind.“
„Deshalb habe ich ja auch alles dunkel gelassen und hier unten sind die Rollos unten.“
„Ja, aber ich habe oben das Licht angemacht!
Herr Mirka, wir müssen hier schleunigst raus, ehe die Polizei kommt und uns wegen Einbruchs festnimmt! Kommen Sie mit mir!
Autofahren können Sie mit dem vielen Wein nicht mehr. Sie fahren mit mir in meine Wohnung! Kommen Sie schon!“
Er hilft dem leicht torkelnden Mann auf die Beine und führt ihn zur Treppe. Er schaltet das Licht hinter ihnen aus und schließt die Tür.
Auch oben in Wohnzimmer und Flur löscht er sofort das Licht. Als sie in der Tür stehen, fällt ihm wieder der Schlüssel ein, den Siegfried Mirka in der Tasche hat.
Sein erster Gedanke ist, daß er diesen auf die Garderobe im Flur legen sollte, ehe sie verschwinden. Dann aber wird ihm klar, daß dieser Schlüssel verraten würde, daß fremde Menschen im Haus waren, zumindest Herr Mirka.
So fordert er diesen nur auf, die Tür von außen zu verschließen. Und im Schein der Taschenlampe gehen sie still zu seinem Auto.
Auf der Fahrt schläft der Betrunkene sofort ein und so kommen sie unerkannt nach Frankfurt in seine Wohnung.
Er lässt sich von Siegfried Mirka in die Hand versprechen, daß dieser keinen Unsinn machen und auch nicht die Wohnung verlassen wird.
Dann bereitet er ihm auf der Couch ein Bett. Schließt aber die Wohnungstür zur Vorsicht von innen ab und nimmt den Schlüssel mit ins Bett unter sein Kopfkissen.
Er schläft unruhig und wacht immer wieder auf. Aber er hört nur die ruhigen Atemzüge seiner Frau und das laute Schnarchen aus dem Wohnzimmer.
Die Tür hat er offengelassen.
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